Lichtenau-Blankenrode liegt in der südlichen Egge am Quellenbereich der Altenau im Altenautal.
Urkundlich erwähnt wird 836 n. Chr. der Ort Snevede, "an den Quellen der Altenau gelegen". Um 1250 n. Chr. gründete der Fürstbischof von Paderborn die Burgstadt Blankenrode auf einem Bergkopf der Egge als Grenzfestung gegen den Grafen von Waldeck. In der "Bengeler Fehde" wurde die Stadt um 1390 zerstört.
| Von Blankenrode |
Das kleine Walddorf Blankenrode zählt zum Altkreis Büren. Es liegt im Kreis Paderborn und grenzt an den Kreis Höxter und den Hochsauerlandkreis.
Blankenrode hat 160 Einwohner (Stand: 30. September 2009)
83 männlich, 77 weiblich
Größe: 10,29 qkm - Höhe: 369 m über NN
Blankenrode ist ein Ort der Natur, Kultur, Erholung und des Erlebnises. Zahlreiche Wanderwege durch die Wälder führen zu Sehenswürdigkeiten, oder bringen einfach nur Abwechslung und Entspannung.
In der Bleikuhle wurde ab dem 13. Jahrhundert bis 1936 Bleiglanz und später Zinkerze abgebaut. Heute sind die "Bleikuhle" und die Abraumhalden Naturschutzgebiet. Hier wachsen seltene Pflanzenarten. Darunter das Galmeiveilchen, das in dieser Form einzigartig in Europa ist.
Im Blankenrode entspringt die Altenau. Der Quellteich der Altenau liegt in der Dorfmitte. Die Altenau entspringt in einer Höhe von 364 müNN und mündet nach 28,7 km im Ortsteil Nordborchen der Gemeinde Borchen auf einer Höhe von 127 müNN in die Alme (Nebenfluss der Lippe). Das mittlere Gefälle beträgt 0,83 Prozent.
Bleikuhlen Blankenrode
Südlich von Blankenrode im Kreis Paderborn liegt das Naturschutzgebiet Bleikuhlen. Lesesteine mit Bleiglanz und Galmeierzen zeugen dort von einem historischen Bergbau auf Blei und Zink, der über mehrere Jahrhunderte umgegangen ist. Die Vererzung ist an eine Nord - Süd verlaufende Gebirgsstörung, den Westheimer Abbruch, gebunden. Die Störung gehört zum Randbruchsystem des Rheinischen Schiefergebirges gegen die Hessische Senke im Osten und verwirft Karbonatgesteine der Oberkreide (Cenoman) gegen Sandsteine des Unteren Buntsandsteins. Die Störungsbahn diente als Aufstiegsweg für mineralhaltige Lösungen, die sich im engeren Störungsbereich auf den Karbonatgesteinen vorwiegend als Bleiglanz absetzten. Die Karbonatgesteine wurden zudem auf einigen Zehnermetern Breite mit Zinkmineralien imprägniert und zu Galmeierz umgewandelt.Der Bergbau auf dieser Lagerstätte reicht vermutlich bis in das 12. Jahrhundert zurück und steht wohl in engem Zusammenhang mit der Gründung der nahe gelegenen, heute nur noch als Wüstung erkennbaren Burg Blankenrode. Zunächst richtete sich der Bergbau ausschließlich auf die Bleierze, die im Tagebaubetrieb bis etwa 1745 gewonnen wurden. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Bergbautätigkeit zusätzlich mittels Schächten und Stollen wieder aufgenommen, wobei jetzt die mit Zinkgehalten von bis zu 35 % recht reichen Galmeierze in den Mittelpunkt des Interesses rückten. Absatzschwierigkeiten führten aber bereits 1884 wieder zur Stilllegung des Bergbaus. Den Versuchen, während des Ersten Weltkriegs und in den 20er-Jahren den Bergbau wieder aufzunehmen, war kein Erfolg beschieden.
Vom alten Bergbau zeugt heute noch der ehemalige Tagebau, dessen Wandungen - wenngleich teilweise verstürzt - grob die geologische Situation erkennen lassen. Nach Nordnordwesten zu sind entlang dem Westheimer Abbruch auf etwa 1 500 m Erstreckung noch Aufschürfungen und alte Pingenzüge zu erkennen. In südlicher Richtung sieht man mehrere ausgedehnte Halden.
Die Bleikuhlen haben inzwischen auch in Botanikerkreisen internationale Beachtung gefunden. Auf den schwermetallhaltigen Böden findet sich mit seinen blauen bis rötlich violetten Blüten das Galmeiveilchen, das als endemische Art in Europa nur an dieser Stelle von Mai bis Oktober wächst und blüht.
Stadtwüstung Blankenrode
Die Stadtwüstung Blankenrode liegt in der Nähe des heutigen Ortes Blankenrode. Auf der heutigen Wüstung lag früher eine Stadtbefestigung, die im 14. Jahrhundert aufgegeben werden musste.| Von Blankenrode |
Geschichte
Mitte des 13. Jahrhunderts beschlossen der Fürstbischof Simon I. von Paderborn (Bischof von 1247-1277) und der Abt des Klosters Corvey ihre Territorien besser vom Machtbereich der expandierenden Grafen von Waldeck zu trennen und abzusichern. Sie errichteten deshalb auf einem Sporn der südlichen Egge eine Grenzfestung. Die Festungsstadt ist 1267 in einer Fehde zwischen Paderborn / Corvey und Waldeck / Osnabrück zum ersten Mal zerstört worden, wurde aber erneut aufgebaut; sicher bezeugt ist die Existenz von Burg und Stadt durch eine Urkunde von 1298. Eine Kirche ist für 1302 bezeugt.
Etwas sehr Besonderes ist, dass die Burgstadt durch einen doppelten Mittelwall, der die Stadt vom Königsweg, einer wichtigen Straßenverbindung trennte, in zwei Teile geteilt wurde. Im Ostteil der Stadt wohnten die Burgmannen und Ritter, im Westteil, der sehr wahrscheinlich erst nach 1267 hinzugekommen ist, lebten die Ackerbürger und Handwerker. Im Burgbezirk - dem castrum oder der borgh - lag auf einem Hügel die im Durchmesser 25 Meter große Rundburg, die von einem Burgvogt bewohnt wurde. Vögte waren "vor allem die Brobeke, Rabe von Pappenheim die von Spiegel." (H. Stoob)
Um 1307 wies der Ort nach einer Hardehauser Urkunde eine städtische Selbstverwaltung auf, urkundlich erwähnt werden Blankenroder Stadträte, das Stadtsiegel und ein Stadtrichter erstmals im Jahr 1321. Blankenrode hatte Rathaus, Richter, Bürgermeister, Kirche und auf der Ostseite einen Friedhof. Die Siedlung hatte sich zu einem blühenden Gemeinwesen entwickelt. Chronisten sprechen von 4 000 Einwohnern, was aber zu hoch gegriffen sein dürfte. Nach neueren Forschungen ist die bebaute Flache aber groß genug gewesen, daß der Ort damals über 1000 Einwohner gezählt hat.
Als Grenzfestung wurde Blankenrode immer wieder heftig umkämpft, teils zerstört, aber auch wieder aufgebaut und verstärkt. Im 14. Jahrhundert verlor der Ort für den Fürstbischof in Paderborn an Interesse und wurde mehrfach verpfändet. Die Pappenheim und die Brobeke teilten sich in den Pfandbesitz von Burg und Stadt.
Untergang der Stadt
Im Jahr 1390 nutzte der Waldecker Graf Heinrich Vl. die Abwesenheit der Burgbesatzung während einer Fehde zwischen dem Paderborner Bischof Ruprecht von Berg und den Bengelern, brach in die Stadt ein und zerstörte sie völlig. Danach wurde die Stadt nicht wieder aufgebaut.
Die von Brobeke haben ihr letztes Eigentum bei der Stadtwüstung Blankenrode 1449 an die Stadt Warburg verkauft, die Ansprüche der Rabe von Pappenheim gingen 1451 an Hardehausen über. Die Stätte blieb allerdings leer und heute wachsen Bäume auf dem ehemaligen Siedlungsraum.



